Warum profitable Unternehmen pleitegehen | Unternehmertipp | #026


Tipp der Woche

// Der Tipp, welchen du direkt umsetzen kannst und der dich damit in Deiner Produktivität oder deinen Finanzen weiterbringt:

Die 13-Wochen-Vorschau: Der einzige Finanzblick, der wirklich zählt

Warum Unternehmen nicht an fehlendem Gewinn sterben, sondern an fehlendem Geld zum falschen Zeitpunkt.

Deine BWA kommt vom Steuerberater. Meistens sechs Wochen nach Monatsende.

Sie zeigt dir, wie es im Juli lief. Es ist September.

Das ist kein Steuerungsinstrument. Das ist ein Nachruf.

Und dein Kontostand? Der zeigt dir genau einen Moment: jetzt. Nicht, was in vier Wochen passiert, wenn gleichzeitig die Umsatzsteuervorauszahlung, die Gewerbesteuer und das Leasing fällig werden – und der größte Kunde erst 14 Tage später zahlt.

Unser Learning: Die meisten Unternehmer, die in Schwierigkeiten geraten, waren profitabel. Sie hatten nur an einem Dienstag im November kein Geld auf dem Konto.

Das Werkzeug: Eine Tabelle mit 13 Spalten
Eine Spalte pro Woche, ein Quartal nach vorne. Mehr braucht es nicht.

1. Startsaldo
Was liegt heute auf allen Geschäftskonten? Eine Zahl.

2. Sichere Eingänge
Nur gestellte Rechnungen mit Fälligkeitsdatum. Keine Angebote, keine Hoffnungen, kein „das wird schon“. Trag jede Rechnung in der Woche ein, in der du sie realistisch erwartest – nicht in der, in der sie laut Zahlungsziel fällig wäre.

3. Fixe Ausgänge
Gehälter, Miete, Leasing, Versicherungen, Software-Abos. Das ist der einfache Teil, den kennst du auswendig.

4. Die Brocken, die man vergisst
Umsatzsteuervorauszahlung, Einkommensteuervorauszahlung, Gewerbesteuer, Berufsgenossenschaft, Jahreslizenzen, Weihnachtsgeld. Genau diese Posten reißen das Loch – weil sie nicht monatlich kommen, sondern in Klumpen.

5. Die Zeile, auf die es ankommt
Endsaldo pro Woche. Und dann suchst du die niedrigste Zahl in der Reihe.

Wenn diese Zahl unter deinem persönlichen Sicherheitspuffer liegt, hast du kein Zukunftsproblem. Du hast ein Problem mit einem Datum – und zwölf Wochen Zeit, es zu lösen. Das ist der ganze Trick: Ein Liquiditätsengpass, den du zwölf Wochen vorher siehst, ist eine Terminfrage. Derselbe Engpass, den du am Fälligkeitstag siehst, ist eine Krise.

Unser System für dich: Die Tabelle wird jeden Freitag um genau eine Spalte weitergeschoben – die vergangene Woche raus, eine neue Woche hinten dran. Fünf Minuten. Häng es direkt an deinen Freitag-Nachmittag-Block aus Ausgabe #025.

Unsere Challenge für diese Woche: Öffne eine leere Tabelle. Dreizehn Spalten, fünf Zeilen. Füll nur die ersten vier Wochen aus – das schaffst du in 20 Minuten. Und dann schau dir die niedrigste Zahl an. Die meisten sehen dabei zum ersten Mal, wann es eng wird.

Content-Tipps

// Das Must-Read, die Idee, oder der Link, welcher uns diese Woche aufgefallen und hängengeblieben ist.

„Profit First“ – Mike Michalowicz

// Die Formel, die jeder Unternehmer falsch herum rechnet.

Die Standardrechnung lautet: Umsatz minus Kosten gleich Gewinn. Der Gewinn ist das, was am Ende übrig bleibt – und deshalb bleibt meistens nichts übrig.

Michalowicz dreht die Gleichung um: Umsatz minus Gewinn gleich Kosten. Der Gewinn wird zuerst weggenommen, alles andere muss mit dem Rest auskommen.

Warum wir dieses Buch empfehlen:

  • Mehrere Konten statt Disziplin: Sein System arbeitet mit getrennten Konten für Gewinn, Steuern, Gehalt und Betriebskosten. Kein Vorsatz, sondern Struktur – und genau deshalb funktioniert es auch an schlechten Tagen.
  • Das Steuer-Konto: Der Klassiker unter den Liquiditätsfallen. Wer Umsatzsteuer als Einnahme behandelt, leiht sich Geld vom Finanzamt, ohne es zu merken. Michalowicz macht daraus einen automatischen Prozess.
  • Für kleine Unternehmen gebaut: Kein Controlling-Apparat, keine Software-Investition. Das funktioniert ab dem ersten Kunden.

Fazit: Die 13-Wochen-Vorschau zeigt dir, wann es eng wird. Profit First sorgt dafür, dass es seltener eng wird.

Link: Hier geht’s zum Buch


Build in Public

// Unsere persönlichen Erfolge, Fehler und Learnings aus diesem Unternehmen der letzten Woche.

Wir haben gefragt. Es kam nichts zurück.

// Was eine Antwortquote von null über unsere Reichweite verrät.

In Ausgabe #023 haben wir euch gefragt, welche Newsletter-Unternehmer im DACH-Raum wir für unsere Interview-Serie ansprechen sollen.

Antworten: keine. Nicht wenige – keine einzige.

Die erste Reaktion war Ernüchterung. Die zweite war, uns die Zahlen anzuschauen. Die Mail ging an 46 Menschen, 32 haben sie geöffnet. Von 32 Lesern eine Antwort zu erwarten, die Nachdenken und Recherche kostet, ist schlicht unrealistisch. Bei den üblichen Rücklaufquoten hätten wir dafür ein paar hundert Leser gebraucht.

Unser Learning: Das war kein Leserproblem. Das war ein Rechenproblem. Wir haben eine Frage gestellt, die eine Reichweite voraussetzt, die wir noch nicht haben – und wir haben um etwas gebeten, das echte Arbeit macht.

Zwei Dinge ändern wir daraus: Wenn wir künftig fragen, dann etwas, das sich in vier Wörtern beantworten lässt. Und die Interviews holen wir uns jetzt direkt über Kaltanfragen, statt den Umweg über Empfehlungen zu gehen.

Falls du übrigens doch jemanden im Kopf hast – ein Name in der Antwortmail reicht völlig.

Der Status Quo unserer Zahlen:

  • Subscriber: 49
  • Ziel 2026: 10.000 Abonnenten
  • Öffnungsrate: 65 % (Ausgabe #025 – unser schwächster Wert bisher, der Betreff war zu brav)

Wir lesen uns nächste Woche.


Empfiehl uns weiter! Kennst du jemanden, der weniger Stress und Unterstützung in der Gründung oder im Job gebrauchen kann? Schick ihnen diesen Link: unternehmertipp.de – Sie werden es Dir danken!

Feedback & Impulse: Wir bauen den Unternehmertipp für dich. Dein Input und Themenwünsche erreichen uns jederzeit unter mail@unternehmertipp.de

Socials: Wir sind auch auf Instagram und LinkedIn.

Unternehmertipp.de

Wir teilen wöchentlich Tipps zum Unternehmertum. Von Produktivitätshacks bis zu Finanztipps.

Read more from Unternehmertipp.de

Tipp der Woche // Der Tipp, welchen du direkt umsetzen kannst und der dich damit in Deiner Produktivität oder deinen Finanzen weiterbringt: Deadline Alert: Die THG-Prämie 2026 (Free Money) // Wer rein elektrisch fährt und jetzt nicht handelt, lässt bares Geld auf der Straße liegen. Es gibt selten Geld zurück, ohne dass du dafür seitenweise Formulare ausfüllen musst. Die Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Prämie) für dein Elektro-Firmenfahrzeug (oder deinen privaten Stromer) ist die Ausnahme....

Tipp der Woche // Der Tipp, welchen du direkt umsetzen kannst und der dich damit in Deiner Produktivität oder deinen Finanzen weiterbringt: Danke statt Sorry: Souverän kommunizieren ohne Kleinmachen // Wie du mit 9 einfachen Wortwechseln sofort mehr Respekt im Berufsalltag etablierst. Achte einmal bewusst darauf, wie oft du dich im Tagesgeschäft reflexartig entschuldigst. Für eine verzögerte Antwort, für eine Nachfrage oder dafür, dass du jemanden „störst“. Dieses ständige Entschuldigen...

Tipp der Woche // Der Tipp, welchen du direkt umsetzen kannst und der dich damit in Deiner Produktivität oder deinen Finanzen weiterbringt: Das 1:1, das wirklich etwas verändert Warum „meine Tür steht immer offen“ die bequemste Lüge im Mittelstand ist. „Wenn was ist, kann jeder jederzeit zu mir kommen.“ Das sagst du ehrlich. Und du meinst es auch so. Trotzdem kommt niemand. Nicht weil deine Tür zu ist – sondern weil jemand, der zu dir kommt, damit selbst entscheiden muss, dass sein Thema...