Du brauchst einen Klon von dir selbst | Unternehmertipp | #018


Tipp der Woche

// Der Tipp, welchen du direkt umsetzen kannst und der dich damit in Deiner Produktivität oder deinen Finanzen weiterbringt:

Clone Yourself: Die beste Einstellung, die du nie machst

Warum jeder Unternehmer – egal wie klein das Unternehmen ist – eine Assistenz braucht.

Du bist der Flaschenhals deines eigenen Unternehmens. Nicht der Markt, nicht dein Produkt, nicht deine Konkurrenz – du.

Vor zwei Ausgaben ging es um „Buy Back Your Time“ von Dan Martell: Du stellst nicht ein, um zu wachsen, sondern um deine Zeit zurückzukaufen. Die logische Konsequenz daraus ist unbequem: Wenn du noch keine Assistenz hast, bist du überfällig – unabhängig davon, ob dein Unternehmen aus dir allein oder aus 50 Leuten besteht.

Die gute Nachricht: Die drei Ausreden, die uns dazwischenkommen, halten keiner genaueren Prüfung stand.

1. „Ich habe keine Zeit dafür.“
Das ist kein Gegenargument – das ist der ganze Punkt. Du stellst eine Assistenz genau deshalb ein, weil du keine Zeit hast. Das Onboarding kostet dich ein paar Stunden diese Woche. Dafür bekommst du jede Woche danach Stunden zurück. Wer diesen Tausch wegen akutem Zeitmangel ablehnt, verwechselt eine kurzfristige Investition mit einer dauerhaften Kostenstelle.

2. „Ich habe kein Geld dafür.“
Eine Vollzeit-Assistenz in München kannst du dir vielleicht wirklich noch nicht leisten. Eine virtuelle Assistenz im Ausland – etwa auf den Philippinen oder in Südafrika – kostet oft einen Bruchteil davon, bei exzellenter Ausbildung und Englischkenntnissen. Das Geldargument ist meistens ein Ortsargument.

3. „Ich habe nicht genug für sie zu tun.“
Das ist kein Fakt, sondern ein Glaubenssatz. Die Arbeit existiert bereits – du machst sie nur gerade selbst. Terminplanung, Rechnungen, Recherche, Postfach, Reisebuchungen: All das läuft aktuell über deinen Tisch, obwohl es das nicht müsste. „Nicht genug Arbeit“ heißt in Wahrheit: „Ich habe sie noch nie aufgeschrieben.“

Deine Challenge für diese Woche:
Schreib 5 Aufgaben auf, die du diese Woche erledigt hast, obwohl sie nicht in deinen Kernbereich fallen. Das ist die erste Stellenbeschreibung deiner zukünftigen Assistenz.

Content-Tipps

// Das Must-Read, die Idee, oder der Link, welcher uns diese Woche aufgefallen und hängengeblieben ist.

„Virtual Freedom“ – Chris Ducker

// Der Gegenpart zu „Buy Back Your Time“: Wie du speziell mit virtuellen Assistenten arbeitest.

Während Dan Martell die generelle Denkweise hinter dem Zeit-Zurückkaufen liefert, geht Chris Ducker eine Ebene konkreter: Er zeigt, wie du als „Virtual CEO“ ein Team aus virtuellen Assistenten im Ausland aufbaust, führst und schrittweise erweiterst.

Warum wir dieses Buch feiern:

  • Die Aufgaben-Triage: Ducker liefert ein einfaches System, um jede Aufgabe in „muss ich selbst machen“, „kann trainiert werden“ und „kann sofort abgegeben werden“ einzuteilen.
  • Der erste Assistent als Test, nicht als Risiko: Statt gleich ein ganzes Team aufzubauen, startest du mit einer einzigen, klar abgegrenzten Aufgabe – und baust von dort aus Vertrauen und Prozesse auf.
  • Remote-Führung als Skill: Das Buch nimmt die Angst vor der Zusammenarbeit über Zeitzonen und Kulturen – mit konkreten Kommunikations- und Onboarding-Routinen.

Die perfekte Ergänzung, wenn „Buy Back Your Time“ dich überzeugt hat, aber du noch nicht weißt, wie der erste konkrete Schritt aussieht.


Build in Public

// Unsere persönlichen Erfolge, Fehler und Learnings aus diesem Unternehmen der letzten Woche.

Unsere virtuelle Assistenz hat sich weiterentwickelt – wir haben gedacht, KI übernimmt den Rest.

// Spoiler: Das war ein teurer Irrtum, den wir gerade wieder korrigieren.

Unsere virtuelle Assistenz hat die Zusammenarbeit mit uns vor einigen Wochen beendet – sie will sich in Richtung Projektmanagement weiterentwickeln. Schade für uns, aber völlig nachvollziehbar, und wir wünschen ihr für den nächsten Schritt alles Gute.

Unser erster Gedanke danach: Claude und ChatGPT übernehmen doch mittlerweile so viel – vielleicht brauchen wir gar keinen Ersatz.

Die Rechnung klang schlau. War sie aber nicht. KI kann hervorragend recherchieren, formulieren, zusammenfassen. Was sie nicht kann: eigenständig Verantwortung übernehmen, Dinge bis zum Ende durchziehen, proaktiv nachhaken, wenn irgendwo etwas hakt.

Unser Learning: KI ersetzt keine Assistenz – sie ergänzt sie. Genau der Denkfehler, vor dem wir in dieser Ausgabe eigentlich warnen (siehe Einwand 3 oben) – wir sind nur in die andere Richtung reingefallen: von „zu wenig Arbeit für eine Assistenz“ zu „KI erledigt die Arbeit einer Assistenz“.

Deshalb sind wir jetzt wieder auf der Suche nach einer neuen Team-Assistenz – diesmal mit klarerer Vorstellung davon, was wirklich delegiert werden muss und was KI wirklich übernehmen kann.

Der Status Quo unserer Zahlen:

  • Subscriber: 45 (Stand nach #017)
  • Ziel 2026: 10.000 Abonnenten
  • Öffnungsrate: 87,0% (letzte Ausgabe, #017)

Wir lesen uns nächste Woche.


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